GÄSTEBUCH
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491 » Ulrich Hermann
Samstag, 25. September, letzte Tag der Herbstspielzeit in der Mohnrvilla

Was soll ich sagen?

Es muss für einen Schauspieler die Erfüllung eines absoluten Traumes sein, seine Fähigkeiten nicht nur einer Figur angedeihen zu lassen, sondern gleich mehreren. Und das auch noch an einem Abend. Zur Generalprobe am 2. Juli dieses Jahr im Amphitheater nach einem heftigen Regenguss steht Christoph Hirschauer also in Kleists „Amphitrion“ (nach Molière, wie er selbst schreibt) ganz alleine auf dem grünen Teppich, wie soll das gehen? Als Bühne ein Digital-Piano, sonst nix, doch eine Gitarre.

Nach coronabedingtem Absagen letztes Jahr und auch kein Ensemble-Theater in diesem Sommer also ein Solo für einen Schauspieler: Es lebe die Phantasie! Und wie sie lebt und gedeiht! Ulrike Dissmann hat aus Kleist Mehrpersonenstück eine anderthalbstündige Fassung erstellt und sie ihrem „Haupt-Gestalter“ Christoph Hirschauer anvertraut: Du schaffst das schon, übernimmst auch die – in jedem Sommertheaterstück vorkommenden – Lieder. Und da steht er nun, als Ansager und bald in den anderen verschiedensten Rollen, die dieser „Amphitrion“ verlangt:

Sosias 1 Sosias 2 (alias Merkur, der Götterbote) Alkmene, Sosias‘ Bericht lauschend, Amphitrion höchst persönlich, Charis, Sosias Gattin und schließlich auch noch der Göttervater Zeus, wenngleich nur als Singender seiner selbst.

Also diese sechs Personen – nach dem Motto, das das Ursprungsthema jeglicher Kunst ist: „Wer bin ich eigentlich, und wenn ja, wie viele?“ (Das entsprechende Buch von Precht stand wochenlang auf der Spiegel-bestseller-Liste!)
Die soll oder darf oder kann – wenn möglich – eine einzige Person auf der Bühne darstellen, sein, sich in sie verwandeln, mit Hilfe der Sprache und ihres eigenen Körpers samt dem was daran mitwirkt, zum Ausdruck bringen.

Und zwar so, dass das Ziel jeglicher theatralischen Aktion erlangt wird: Mit-Gefühl, Mit-Leid, Mit-Erleben mit der jeweiligen Figur und ihres Schicksals. Was letztendlich zur „Katharsis“ führen kann, zur psychischen Reinigung des Zuschauers. Im besten Fall geht sie oder er als eine „gereinigte“ Person in ihr/sein weiteres Leben.

Und genau das geschah an beide Abenden, am Freitag und am Samstag der HerbstSpielZeit in der Remise der Mohrvilla!
Dank Christoph Hirschauers Mut und Können und auch dank Ulrike Dissmanns Buch und Regie. Ich ging als eine anderer hinaus, als der ich eintrat: Das ist es doch, was Theater als „moralische Anstalt“ bewirken kann und will. Und dass wir den Rest der wundersamen Geschichte erst im nächsten Sommer – wie auch das ganze Stück im Ensemble – erleben können, entlässt das Publikum in froher Erwartung:
„So soll es sein, so muss es sein!“ das sind Zeus‘ letzte Worte in seinem Schluss Lied.

490 » Christoph
Wie (fast) jedes Jahr feiere ich meinen Geburtstag zur Herbstvorstellung hier nach. Letztes Jahr schmerzlich vermisst, habe ich mich sehr gefreut, gestern wieder dabei sein zu können. Aufgrund der Unkompliziertheit bzgl. Reservierungen ist es immer eine schöne Gelegenheit mit einer größeren gemischten Gruppe ins Theater zu gehen.

Aufgrund der unglaublichen Bühnenpräsenz des Schauspielers war das Stück sehr packend und wie immer auch äußerst amüsant. Hier wurde wirklich aus der Not eine Tugend gemacht und trotz widriger Bedingungen eine tolle Vorstellung gegeben. Dennoch freue ich mich auf ein Wiedersehen mit voller Besetzung im nächsten Jahr.

Mit besten wünschen und herzlichen Dank
Christoph

489 » P.Weidinger
Also wir waren ja schon ein bisserl skeptisch ob das mit dem Solo für einen Schauspieler so hinhaut, aber es hat uns richtiggehend umgehaut, so dermaßen großartig war das gestern Abend, einfach der Wahnsinn! und wie still alle waren, wie sie hingehört und aufgepasst haben, dass ihnen auch ja kein Wörterl von dem Stück entgeht und wie herrlich die ganzen Figuren auf dem grünen Teppich entstanden sind und wie toll die Lieder sind und wie alle noch auf dem Heimweg geschwärmt haben! Ganz ganz großes Kompliment und Bravo!

488 » Helga und Matthias
Seit Jahren begeistert uns das Münchner Sommertheater immer wieder, trotzdem waren wir heuer gespannt auf "Amphytrion" als Solostück - und es war im wahrsten Sinn phantastisch.
Ulrike Dissmann und Christph Hirschauer haben bewiesen, dass auch scheinbar Unmögliches möglich ist und uns 90 Minuten lang in eine andere Welt entführt, aus der man nur ungern wieder aufgetaucht ist.
Christoph Hirschauer hat sich selber übertroffen, ist scheinbar mühelos in die verschiedenen Rollen geschlüpft und hat uns -aufgelockert mit einigen musikalischen Einlagen - einen unvergesslichen Abend beschert.
Vielen Dank an alle Beteiligten für den Mut, einmal etwas völlig anders zu wagen und uns so auch in diesen Zeiten einen wunderschönen Theaterabend zu ermöglichen.
Helg und Matthias

487 » B.Korber
Liebe, verehrte Frau Dissmann, lieber Herr Hirschauer, was sie zwei da gestern und Amphitheater hingezaubert haben hat uns erstaunt und tief beglückt. In unser medial verseuchten Welt noch so nah und lebendig und riskiert Theaterkunst erleben zu dürfen, Sprachkunst ohne peinliche Zugeständnisse und die heutigen Sprachverkümmerungen, nur der pure Kleist, ein Klavier, eine Gitarre und das ganze sehr uneitel, ja bescheiden, nirgendwo taucht ihr Name auf, man muss ihn entweder kennen über über Ihre Webseite herausfinden. Ich bewundere sie beide sehr und bin und bleibe ihr treuer Fan, B. Korber
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